26. Februar, 2006

Krieg Sabotage Bericht


Regeln des Nichtkämpfens

U.S. Spezialstreitkräften, Afghanistan, 2001
U.S. Dept. of Defense
Angriff und Rückzug: U.S. Sonderstreitkräfte der Armee greifen kurz Kandahar am 20. Okt., 2001, an (gesehen durch ein Nachtsichtgerät).
 
Im Falle jemand dachte, die Einführung der U.S. Erdtruppen in Afghanistan in 2001 signalisiert ein Drängen zum Sieg, General Tommy Franks deutete unverblümt an, daß Vietnam eher als der Zweite Weltkrieg das Modell für den afghanischen Krieg sein würde. Wie ein Nachrichtenbericht seine Boschaft zusammenfaßte, “Solche, die eine Kampagne wie Wüstensturm gegen Irak vor einem Jahrzehnten [in 1991] erwarten, werden enttäuscht sein, sagte Frank. ‘Dies ist ein anderer Krieg’, sagte er. ‘Dieser Krieg wird an vielen Fronten gleichzeitig gekämpft’”.1

“Viele Fronten” zweifellos meinte keine masssive Invasion. Zu der Zeit, als Gen. Franks den Plan zugab, waren weniger als 100 Sonderstreitkräfte der Soldaten eingesetzt. Die Marine­infanterie, die gewöhnlich zuerst in den Kampf gehen, um den Weg für die Armee vorzubereiten, wurden ständig zurückgehalten bis länger als sieben Wochen nachdem der Krieg begann, und selbst dann durfte nur eine geringe Zahl hinein.2

Die wahre Bedeutung der “vielen Fronten” war angedeutet von der ersten Operation, die von einer Hand voll Sonderstreitkräften durchgeführt wurde. Ungefähr 100 Fallschirmjäger, hauptsächlich vom Armeeüberfallskommando, fielen in die südafghanische Stadt Kandahar in einem Nachtangriff, fast zwei Wochen nachdem der Krieg begann. Einige der Soldaten griffen ein Taliban Hauptquartier an und fanden sich selbst in einer Schießerei, die ein paar feindliche Truppen töteten, aber ließ den Posten unversehrt. Eine zweite Gruppe der Kommandotruppen landete außerhalb der Stadt auf einem Militärflugplatz. Sie engagierten sich in einem Feuergefecht mit Talibantruppen, aber brachten den Flugplatz nicht einmal außer Betrieb. Nach nur ein paar Stunden, bevor die U.S. Soldaten möglicherweise einen wirklichen Schaden anrichten konnten, feindliche Truppen gefangennehmen, oder Kontrolle über irgendwelche strategische Stellen sichern, zogen sie zurück, wie befohlen.3

Ehemalige Militäroffiziere und ausgediente Sonderstreitkräfte in beiden, den Vereinigten Staaten und England waren erschrocken über das Schauspiel, wie die wertvollen Truppen verschwendet wurden an “einen Anblick für die Weltnachrichtenmedien” — einen, der 31 von den Kommandotruppen verletzte, während sie fast nichts erreichten.4

Jedoch mit ernsten Gesichtern nannten Präsident Bush und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld diesen Versteckspielanmarsch “eine neue Art eines Krieges”.5 Mit dem Verweigern, anzugreifen oder Territorium festzuhalten, oder sogar dem Feind ernsthaft engegenzutreten, garantierte diese Police feindliche Streitkräfte, das Kämpfen unbegrenzt beizubehalten.

In dem Versuch, die Operation zu ehren, verrieten Nachrichtenberichte unwissentlich, wie die Soldaten absichtlich lahm gelegt wurden: “die Truppen landeten nicht, um Territorium zu besetzen, sondern die Verteidigungen des Afghanistan’s beherrschenden Taliban zu testen, Informationen zu sammeln — und, vielleicht, eine Mitteilung zu senden”.6

Talibanleiter erwiderten zu dieser “Mitteilung” mit Gelächter. Einer ihrer Fürsprecher erzählte Berichterstatter, daß das Taliban “die Amerikaner wegfuhr und daß ‘dieser Kommandotruppenangriff fehlte’”.7

Sobald einige der Marine­infanterie endlich Wochen später gesandt wurden, waren sie lediglich zum Patrouillieren der Straßen beschränkt, um die Beweglichkeit des Talibans einzuschränken, nicht erlaubt, den Feind direkt zum Kampf zu bringen.8 Zwischen dem Patrouillieren wurde verlangt, von vorübergehenden Stützpunkten zu operieren, so daß sie nicht irgendein strategisches Territorium halten, sich anstatt auf verräterische Kommunistischverbundene afghanische Streitkräfte verlassen, sie zu beschützen.9 Die meiste Zeit, blockiert von angreifenden Talibanpositionen, waren die Marine­infanterie gezwungen, herum zu sitzen und zu warten, angegriffen zu werden. Sie verbrachten lange Zeiten, ohne nur einen einzigen Afghanen zu sehen.10

Es ist kaum überraschend, daß die Marine­infanterie sich häufig fanden, beinahe von den feindlichen Streitkräften überfallen zu werden, die sich an sie heranschlichen, einschließlich Panzer und Schützenpanzer.11 Als eine kleine Truppe mit wenig Deckung konnten die Marine­infanterie oft nicht sicher sein, ob sie überhaupt feindliche Angreifer trafen und waren von wenigstens einer Schlacht überrascht, die mehrere Stunden dauerte, wenn stärkere Bodenstreitkräfte mit Luftunterstützung den Angreifern innerhalb Minuten den Rest gegeben hätten.12

Im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg, wenn U.S. Streitkräfte ganze Stadtblöcke zerstreuten eher als auf kurze Entfernung in Stadtkämpfen amerikanische Menschenleben riskierten, erklärte die Bushregierung, daß solche Methoden nicht erlaubt sind. Der Konteradmiral John Stufflebeem, sprechend im Namen des Joint Chiefs of Staff (Gemeinschatsstabschef), machte öffentlich bekannt, daß U.S. Truppen von Haus zu Haus kämpfen müßten zwischen Minenfallen und Sackgassen, wo überlegene amerikanische Feuerkraft nutzlos sein würde.13

Sowie das Taliban hörte, daß Stadtgebiete sichere Zufluchtsorte von Luftbombardierungen und der Artillerie sein würden, brachten sie prompt ihre nichtuniformierten Streitkräfte und Waffen direkt in Häuser, Schulen, und Moscheen in die Mitte der afghanischen Städte, warfen die Bewohner hinaus — oder benutzten sie als menschlichen Schutz gegen amerikanische Kugeln.14 Später, als der Städtekampf sich nicht wie geplant materialisierte, siedelten die Talibansteitkräfte um in die gebirgigen Gebiete von Afghanistan, um ihren Guerillakrieg fortzusetzen.

Angesichts solcher noch nie dagewesenen Beschränkungen gab Adm. Stufflebeem zu, daß keine Möglichkeit für einen amerikanischen Sieg besteht, oder wenigstens nicht ein schneller, relativ blutloser. “Dies wird ein langer, langer Kampf”, beschloß er.15

Tatsächlich, bis zu diesem Tag fahren die Marine­infanterie und Armeesoldaten fort nach dem Muster vom ziellosen Patrouillieren in gefährlichen, unkontrollierbaren Gebieten, ohne angebrachte Unterstützung, wo sie periodisch von versteckten feindlichen Kämpfern überfallen werden, während sie unfähig verbleiben, den Krieg zu gewinnen.

Referenzen

1. Richter, P. & Paddock, R.C., “Rumsfeld details ground operation,” Los Angeles Times, Oct. 31, 2001, pp. A1, A17.

2. Hendren, J., “Deployment of Marines signals a new chapter,” Los Angeles Times, Nov. 27, 2001, p. A5.

3. Schrader, E., “Raid targeted a residence of Taliban leader,” Los Angeles Times, Oct. 21, 2001, pp. A1, A20; Richter, P. & Pae, P., “U.S. ground forces raid airport in assault on Taliban stronghold,” Los Angeles Times, Oct. 20, 2001, pp. A1, A14.

4. Richter, P., “U.S. Afghan raid takes some sniping at home,” Los Angeles Times, Nov. 9, 2001, pp. A1, A19.

5. McManus, D., “Foray is shift, but no D-day,” Los Angeles Times, Oct. 20, 2001, pp. A1, A16.

6. Ibid.

7. Schrader, E., Op cit.

8. Hendren, J., Op cit.; Phillips, M.M., Newman, S., & LeVine, S., “Marines, Afghan allies move closer to Kandahar,” Wall Street Journal, Dec. 5, 2001, pp. A3, A22; Cummins, C. & Philllips, M.M., “U.S. takes more active role in ground offensive,” Wall Street Journal, Dec. 6, 2001, pp. A3, A10.

9. Hendren, J., Op cit.; Phillips, M.M., Newman, S., & LeVine, S., Op cit.

10. Phillips, M.M., “In Afghanistan, Marines find the sand a gritty, every-present, unrelenting foe,” Wall Street Journal, Dec. 4, 2001, p. A4; Phillips, M.M., “Over the hump: Tense, bored Marines watch camels for desert days, nights,” Wall Street Journal, Dec. 6, 2001, p. A10.

11. Hendren, J., Op cit.; Jaffe, G. & Cummins, C., “Marines face increased risk as they aim to intercept fleeing enemy fighters,” Wall Street Journal, Nov. 27, 2001, pp. A3, A24.

12. Perry, T., “‘They could be dying if we didn’t do things right,’” Los Angeles Times, Dec. 8, 2001, p. A5; Hendren, J., Op cit.; Jaffe, G. & Cummins, C., Op cit.

13. Richter, P. & Pae, P., “Taliban battle will be tough, U.S. concedes,” Los Angeles Times, Oct. 25, 2001, pp. A1, A16.

14. Ibid.; Tempest, R. & Marshall, T., “Taliban placing hopes on age-old hit-and-hide strategy,” Los Angeles Times, Oct. 21, 2001, p. A9.

15. Richter, P. & Pae, P., Op cit.